Multiples Myelom (auch Morbus Kahler nach Otto Kahler) und Plasmozytom sind maligne Erkrankungen der B-Zell-Reihe, die durch eine klonale Infiltration des blutbildenden Knochenmarks durch maligne Plasmazellen gekennzeichnet sind. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle produzieren die Plasmazellen ein monoklonales Immunglobulin, das im Blut nachweisbar ist (monoklonale Gammopathie). Das Multiple Myelom/Plasmozytom zählt zu den niedrig-malignen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen. Das Spektrum der monoklonalen Plasmazellerkrankungen reicht mit steigender Bösartigkeit (Malignität) von der Krebsvorstufe (Präkanzerose) 'Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz' (MGUS) über das langsam progrediente 'indolente Myelom (smoldering Myeloma)' bis zum symptomatischen multiplen Myelom.
Der Begriff 'Plasmozytom' steht dabei für einen solitären intramedullären (im Knochenmark gelegenen) oder ein oder mehrere extramedullär gelegene Herde maligner Plasmazellen, von 'multiplem Myelom' spricht man, sobald mehr als ein intramedullärer Herd vorhanden ist. Der besseren Übersichtlichkeit halber verwendet dieser Artikel die Begriffe "Multiples Myelom" und "Plasmozytom" synonym.
