Beim M. Bechterew ist es sehr wichtig, sich regelmäßig zu bewegen und systematisch Krankengymnastik zu machen, um die Gelenke beweglich zu halten und eine Kyphose zu vermeiden. Dies kann für die Betroffenen jedoch oft sehr schmerzhaft sein. Damit kann die Beweglichkeit des Körpers oft ausreichend erhalten werden.
Seit 2003 ist das Medikament Enbrel (Etanercept) zugelassen. Es handelt sich dabei um einen TNF-alpha-Blocker (TNF = Tumor-Nekrose-Faktor), der die durch TNF-alpha vermittelten Entzündungsprozesse hemmt. Mit diesem noch sehr teuren Präparat werden in vielen Fällen gute Ergebnisse erzielt und es ist noch nicht abzusehen, wie sich die Prognose für betroffene Patienten durch anti-TNF-alpha-Therapie ändern wird, da noch keine Erkenntnisse über einen längeren Zeitraum vorliegen. Vor Aufkommen der TNF-alpha-Blocker (Infliximab und Etanercept) wurden gegen die Schmerzen wie auch als kausale, antientzündliche Therapie NSAR wie z.B. Indometacin eingesetzt, darüber hinaus bei bestimmten Formen Sulfasalazin und Methotrexat. Außerdem sollen, Studien zufolge, Pamidronat, ein Bisphosphonat, Thalidomid (der Contergan-Wirkstoff) und das radioaktive Isotop Radium224 als Infusion wirksam sein.
Bei sehr weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadien gibt es auch operative Therapieoptionen, bei denen die bereits versteifte Wirbelsäule in einer aufwendigen und nicht komplikationsarmen Operation an mehreren Stellen "gebrochen" und mit Metallplatten in einer aufrechteren Stellung verschraubt wird. Das kann eine deutliche Steigerung der Lebensqualität bedeuten, obwohl sich die Beweglichkeit der Wirbelsäule nicht verbessert, u.a. weil das Blickfeld der Betroffenen deutlich größer wird. Bei Beteiligung der Hüftgelenke kann ebenfalls eine Operation mit Einsetzen einer Hüftprothese hilfreich sein.
