Die Blasenentzündung kündigt sich zunächst durch häufigen Harndrang an, ohne dass große Mengen von Urin abgegeben werden. Sind die Blasenschleimhäute entzündet, bewirken sie ein schmerzhaftes Brennen oder Krämpfe, vor allem nach dem Wasserlassen. Der Urin färbt sich trübe und ist manchmal blutig. Symptome sind brennende Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie, Algurie) und häufiger Harndrang (Pollakisurie). Außerdem können Schmerzen im Unterbauch, leichte Harninkontinenz (beim Lachen, Niesen oder Husten) und "Blut im Harn" (Makrohämaturie) auftreten. Fieber ist selten. Chronische Verläufe sind häufig asymptomatisch. Treten Fieber, Flanken- oder Rückenschmerzen auf, muss der Arzt aufgesucht werden, da es sich möglicherweise um eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) handeln kann. Eine bakterielle Blasenentzündung stellt der Arzt mit dem Nitrit-Test fest. Dabei wird ein Teststäbchen in den Urin gehalten, das bei Anwesenheit von Nitrit die Farbe wechselt. Bakterien wandeln in der Blase Nitrat zu Nitrit um.
Mitunter kann eine Harnwegsinfektion asymptomatisch verlaufen. In der Regel treten jedoch ein oder mehrere der folgenden Symptome auf:
* starker und häufiger Harndrang
* Harndrang trotz zuvor erfolgtem Toilettengang
* brennender Schmerz beim Urinieren
* trüber, flockiger Urin mit Geruchsbildung
* Blut im Urin
* Schmerzen im Bauch (Abdomen) und Rücken
* mitunter Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit
Es ist in jedem Fall einer Harnwegsinfektion ratsam einen Arzt zu konsultieren.
Eine Blasenentzündung ist oft Folge einer Unterkühlung des Unterleibs, die die Abwehrkräfte der Blase herabsetzt. Deshalb kann sie leichter von Bakterien besiedelt werden. Auch nach einer Erkältung kann der Abwehrmechanismus des Körpers so geschwächt sein, dass kein Schutz gegen Bakterien besteht. Mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer leiden unter Entzündungen der Blase. Durch die sehr viel kürzere Harnröhre - sie ist nur wenige Zentimeter lang - können infektiöse Erreger, die an der Scheidenöffnung liegen, relativ leicht in die Harnwege und zur Blase gelangen. Manchmal kann auch durch den Geschlechtsverkehr eine Blasenentzündung entstehen, da Erreger durch die Bewegung quasi in die Harnwege hinein getrieben werden können.
Die mikrobiologische Ursache für Harnwegs- und Blasenentzündung sind in der Regel Bakterien des Magen-Darm-Traktes. Bei nicht ausreichender Hygiene oder wenn z.B. nach dem Stuhlgang der After generell von hinten nach vorne und nicht von vorn nach hinten abgewischt wird, geraten diese Bakterien in die Nähe der Harnwege. Einmal in die Harnwege gelangt und bei Nichtbehandlung bis zur Blase aufgestiegen, finden sie dort gute Lebensbedingungen, verbreiten sich rasch und greifen die Blasenschleimhäute an.
Häufig besteht ein Zusammenhang zwischen dem weiblichen Hormonhaushalt und Harnwegsinfekten. Mädchen in der Pubertät und Frauen in den Wechseljahren, beginnend schon in der Prämenopause (also noch vor Ausbleiben der Regel), sind häufig betroffen. Ursache ist eine Östrogen-Dominanz als Folge des noch nicht - oder nicht mehr - gebildeten Progesterons. Die Folge ist eine Rückbildung der Schleimhäute, sowohl in der Scheide als auch in den Harnwegen, so dass die natürliche Bakterienflora aus dem Gleichgewicht kommt und die Schleimhäute leichter angreifbar werden, nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Pilze. In der Regel ist das Risiko einer Harnwegsentzündung bei Frauen im gebärfähigen Alter geringer, jedoch können auch ausbleibende Eisprünge, z. B. infolge von Stress, und die Einnahme östrogenhaltiger Antibabypillen eine Östrogendominanz mit den entsprechenden Folgen hervorrufen.
