Bruno Gröning - Freundeskreis - Sein Leben

Hier können sowohl Autor, als auch Bücher zum Thema körperliche und geistige Gesundheit vorgestellt werden

Moderator: Ilse-Maria

Bruno Gröning - Freundeskreis - Sein Leben

Postby Gast » 17.01.2007, 15:14

Bruno Gröning (* 30. Mai 1906 in Danzig-Oliva; † 26. Januar 1959 in Paris) trat ab dem Jahr 1949 in verschiedenen Regionen Deutschlands als spiritueller Heiler öffentlich in Erscheinung. Er betrachtete sich als von Gott gesandt und rief in seinen Vorträgen seine Mitmenschen zur „Großen Umkehr“ auf.

Der 1979 gegründete „Bruno-Gröning-Freundeskreis/Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.“ gibt Grönings Lehre weiter und berichtet über Erfolge.

Bruno Gröning wird am 30. Mai 1906 als viertes von sieben Kindern des Ehepaares August Gröning und Margarete Gröning geboren. Er stammt aus einfachen Verhältnissen - der 1949 verstorbene Vater war Maurerpolier. Seine Mutter starb 1939.

Über sich selbst berichtet er in den „Stationen meines irdischen Lebens“, er habe bereits im Jugendalter bei sich die Fähigkeit festgestellt, beruhigenden oder heilenden Einfluss auf Menschen und Tiere auszuüben. Da seine Eltern wenig Verständnis für diese Begabung aufgebracht hätten, habe er diesbezüglich bald völlige Selbständigkeit angestrebt.

Nach der Volksschule tritt er eine kaufmännische Lehre an, die er, vermutlich auf Wunsch des Vaters, wieder abbricht, um den Beruf des Zimmermanns zu erlernen. Doch auch hier kommt es zu keinem Abschluss, da die Firma kurz vor Beendigung der Lehrzeit wegen Auftragsmangel in Konkurs geht. Die im Jahr 1925 von Gröning eröffnete Bau- und Möbelschreinerei muss er nach etwa zwei Jahren wieder schließen. Danach arbeitet er zunächst in einer Schokoladenfabrik, dann beim Postamt Danzig und schließlich bei der Firma Siemens. Gröning selbst bezeichnete dies später als eine Art „Praktikum“, um, wie er sich ausdrückte, „die Lebensverhältnisse der verschiedenen Volksschichten zu studieren“.

Im Alter von 21 Jahren heiratet Gröning Gertrud Cohn aus Danzig. Der Ehe entstammen zwei Söhne, die beide in jugendlichem Alter versterben. Harald im Jahr 1939 an einem Herzklappenfehler und Günter im Jahr 1949 an einer Brustfellentzündung.

Im Jahr 1955 erfolgt die Trennung von seiner Frau Gertrud und die Heirat mit der Französin Josette Doussé.

Im Jahre 1943, im Alter von 37 Jahren, wird Gröning zur Wehrmacht einberufen. Wegen seiner pazifistischen Einstellung („Ob ihr mich an die Front stellt oder nicht, ich erschieße doch keinen Menschen“) wird ihm mit dem Kriegsgericht gedroht. Nach einer Verwundung durch einen Granatsplitter kommt Gröning zunächst ins Heimlazarett, muss aber schließlich als Ungeheilter wieder in den Kampf ziehen. Er gerät in russische Kriegsgefangenschaft und wird im Dezember 1945 nach Westdeutschland entlassen. Schließlich nimmt er sich in Dillenburg eine Wohnung und holt seine Frau, die in Schleswig untergekommen war, zu sich. Den Lebensunterhalt der Familie verdient er mit Arbeiten verschiedenster Art. Mit Flüchtlingen aus dem Sudetengau gründet er das „Hilfswerk der Vertriebenen“.


Die erste Gröning zugeschriebene Heilung lässt sich auf das Jahr 1931 datieren. Eine schwer diphtherie-kranke Frau gibt in einer eidesstattlichen Erklärung bekannt, von Gröning zur Genesung gebracht worden zu sein. Eine weitere Person, die an Mandelvereiterung litt, will ebenfalls durch Gröning ihre Gesundheit zurückerhalten haben. Auch Grönings Schwester Maria soll vor einer Brustkrebsoperation bewahrt worden sein. Dieses Wirken geschieht jedoch im kleinen, privat-familiären Rahmen und von der Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet.

Am 15. März 1949 ist Bruno Gröning bei der Familie Hülsmann in Herford zu Gast. Sie hatten von einer „Heilung“ erfahren, die durch Gröning geschehen sein sollte und erhoffen sich Hilfe für ihren unter progressiven Muskeldystrophie leidenden 9 1/2 Jahre alten Sohn Dieter. Nach 10-wöchiger Bettlägrigkeit konnte dieser, nachdem sich Gröning um ihn gekümmert hatte, kurzzeitig aufstehen und einige Schritte gehen. Gleichgewichtsstörungen waren allerdings weiterhin vorhanden und ein untersuchender Arzt konnte keine signifikante Besserung des Gersundheitszustandes feststellen. Trotzdem macht Vater Hülsmann die tatsächliche oder vermeintliche Heilung in euphorischer Weise publik. Gröning sieht sich somit „ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt“. Tausende Heilungssuchende strömen von da an zu Grönings Vorträgen und die Presse berichtet ausführlich über ihn. Neben Interesse und Zustimmung begegnen ihm auch früh schon Kritiker und Zweifler. Seine Anhänger sehen ihn als „Wunderdoktor“, andere werfen ihm Scharlatanerie vor und erklären die behaupteten Wunderheilungen mit Tricks und als Resultat von Hypnose und Massensuggestion. Am 3. Mai 1949 wird über Gröning in Nordrhein-Westfalen von den Behörden ein Verbot der Ausübung des Heilberufs (entspricht einem Verbot, als Heilpraktiker tätig zu sein) verhängt. Vom 27. Juli bis 7. August 1949 werden Grönings heilerischen Fähigkeiten, seinem Wunsch entsprechend, in der Uni-Klinik Heidelberg von Fachärzten unter die Lupe genommen. Anschließend begibt er sich nach Rosenheim. Bis zu 30.000 Heilungssuchende sollen dort pro Abend zu seinen Vorträgen, die er auf einem Traberhof hielt, gekommen sein und laut Augenzeugenberichten sollen sich teilweise „biblische Szenen“ (Blinde sehen, Lahme gehen...) abgespielt haben. Doch schon bald mussten Gröning und seine Mitarbeiter erkennen, dass es ihnen nicht möglich war, diesen Massenansturm von Hilfesuchenden in geordete Bahnen zu lenken. Ab dem Jahr 1951 gründete er mit Hilfe seiner Mitarbeiter örtliche Gemeinschaften (sog. „Freundeskreise“), die er regelmäßig besuchte, um dort Vorträge zu halten. Auch aus dieser Zeit stammen eine Reihe von Heilungsberichten.

Im Jahr 1953 wird der „Gröning-Bund“ gegründet, bei dem Bruno Gröning selbst den Vorsitz übernimmt. Nachdem Gröning für sich persönlich kein Geld annimmt, hat diese Organisation die Aufgabe, Spenden einzusammeln, zu verwalten und satzungssgemäß zu verwenden.

Nach Meinungsverschiedenheiten über die Verwendung dieser Finanzmittel wird im Jahr 1958 der „Gröning-Bund“ aufgelöst und der „Verein der Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen in Deutschland e.V.“ neugegründet, der bis zum heutigen Tag weiterexistiert, ohne jedoch jemals größere Bedeutung erlangt zu haben. In Österreich entsteht ein Schwesterverein.

Der erste Prozess gegen Gröning erfolgt im Jahr 1954. Er wird zwar von dem Vorwurf, gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen zu haben, freigesprochen, das bisherige behördliche Verbot der Ausübung eines Heilberufes wird jedoch gerichtlich bestätigt und zum „Totalverbot“ erweitert.

Im Januar 1958 wird Gröning vom Landgericht München II zu acht Monaten Freiheitsstrafe und 5.000,-- DM Geldstrafe verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Gröning geht in Revision. Bevor ein endgültiges Urteil gesprochen wird, verstirbt Gröning.


Im November 1958 sucht Gröning eine Pariser Krebsklinik auf, um sich dort behandeln zu lassen. Nach zwei vergeblichen Operationen verstirbt er am 26. Januar 1959 in dieser Klinik.

Seine Ehefrau Josette, die Gröning nach Paris begleitet hatte, veranlasst, dass seine sterblichen Überreste in einem Pariser Krematorium eingeäschert werden. Die Urne wird auf einem Dillenburger Friedhof beigesetzt.

Grönings Tod Ende Januar 1959 kam für nahezu alle seine Mitarbeiter und Hilfesuchenden in den sog. „Freundeskreisen“ ziemlich überraschend. Insbesondere deshalb, weil er noch Anfang Dezember 1958 in einer Tonbandaufnahme, in der er sich für sein Fernbleiben bei den anstehenden Weihnachtsfeiern entschuldigte, allerdings Besuche für Januar 1959 in Aussicht gestellt hatte. Obwohl Gröning am 22. November 1958 erfolglos in Paris an Magenkrebs operiert worden war, ging er offensichtlich von einer baldigen Besserung seines Gesundheitszustandes aus. Über seine tatsächliche Situation wusste kaum jemand Bescheid. Nach Grönings Tod verließen viele diese örtlichen Gemeinschaften. Die Vorstandschaft des „Vereins zur Förderung seelisch-geistiger und natürlicher Lebensgrundlagen“ entschied sich jedoch, diese im Frühjahr 1958 noch auf Initiative Grönings ins Leben gerufene Organisation weiterzuführen.

* Im Jahr 1979 geht Grete Häusler, die zuvor mehrere Jahre gemeinsam mit ihrem Ehemann Walter diesen Verein geleitet hatte, eigene Wege und gründet den „Bruno Gröning Freundeskreis/Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.“ (BGF).
* Im Jahr 1981 ruft ihr Ehemann Walter einen weiteren Gröning-Verein ins Leben.
* 1984/85: Rechtsstreitigkeiten um den Nachlass (Tonbandkassetten, Fotografien, persönliche Gegenstände) Bruno Grönings zwischen den beiden Noch-Eheleuten Grete und Walter Häusler.
* Im Jahr 1992 gründet Matthias Kamp die „medizinisch-wissenschaftliche Fachgruppe“ im BGF, die sich mit der Dokumentation von geltend gemachten Heilungen befasst.
* Seit 1990 findet durch die Aktivitäten des BGF der Name und die Lehre Bruno Grönings weltweite Verbreitung.
* Im Jahr 2004 wird ein vom BGF gedrehter Dokumentarfilm über das Leben Bruno Grönings fertig gestellt.

Bruno Gröning sah seine Aufgabe vor allem darin, den Menschen wieder zu Gott zurückzuführen und rief in seinen Vorträgen zur „Großen Umkehr“ auf: „Zurück zur Natur! Zurück zu unserem Herrgott! Zurück zum Glauben an das Gute im Menschen!“ In seinen Vorträgen legte Bruno Gröning den Menschen immer wieder folgende Sätze nahe:

* Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft.
* Liebet das Leben – Gott! Gott ist überall.
* Willst Du das Göttliche erleben, so musst Du danach streben.

Ein wichtiger Bestandteil seiner Lehre ist der unantastbare freie Wille des Menschen. „Der Mensch handelt nach seinem Willen. Wie der Wille, so der Gedanke. Der Gedanke bewegt den Menschen zur Tat.“ Damit betont er, dass die Gedanken Auswirkungen auf das Leben des Menschen haben und der Mensch diese selbst auswählt. „Es ist so wichtig, was der Mensch für Gedanken aufnimmt, denn Gedanken sind Kräfte.“ Deshalb forderte Gröning seine Zuhörer auch auf, sich in Gedanken nicht mit der Krankheit zu befassen.

Bruno Gröning hat neben wenigen handschriftlichen Aufzeichnungen ein Tonbandarchiv seiner Vorträge hinterlassen. Hieraus einige Zitate:

* Mein Tun und Wirken dient lediglich nur dazu, alle Menschen dieser Erde wieder auf den rechten Weg, auf den göttlichen Weg zu führen. Das ist die "Große Umkehr"!
* Es ist nichts Neues, was ich Euch lehre, sondern ihr Menschen von heute habt es nur vergessen.
* Gott hat den Menschen gut und gesund erschaffen. So will er ihn auch haben.
* Gesundheit läßt sich nicht kaufen, sie ist ein Geschenk Gottes.
* Das Gute kann man nur mit Taten beweisen. Laßt Taten sprechen!
* Geht zum Heiland. Dort erhaltet ihr Euer Heil, Eure Gesundheit!
* Wenden Sie sich ab von dem Bösen und wenden sie sich voll dem Guten zu.
* Kommen sie hoch und über die Kluft baue ich Ihnen eine Brücke. Gehen Sie vom Leidensweg auf den göttlichen Weg!
* Danken Sie Gott und nicht mir.
* Mensch sein heißt gut sein zueinander.
* Es ist kein Wunder, wie Sie glauben, sondern es sind natürliche Gesetze, nach denen ich lebe und die ich anwende.
* Ich stehe vor Ihnen wie ein Transformator, der Ihnen diesen göttlichen Heilstrom vermittelt.
* Sie brauchen mir nicht zu glauben und sollen es auch nicht, aber überzeugen Sie sich von der Wahrheit meiner Worte und handeln Sie danach.

Eine zentrale Stellung in Grönings Lehre nimmt der sogenannte „Göttliche Heilstrom“ ein. „Der Heilstrom ist um uns und jeder kann ihn sich holen, wenn er ihn braucht. So wie die Radiowellen da sind, so ist auch der Heilstrom da, rund um die Uhr und zu jeder Zeit.“ Gröning selbst sah sich als „Transformator“, der diesen Heilstrom aufnehmen konnte um ihn in der richtigen Dosierung an die Heilungssuchenden weiterzuleiten. Wichtig ist dabei, laut Gröning, dass die Menschen eine offene Körperhaltung einnehmen, das heißt, Arme oder Beine sollten sich nicht überkreuzen. Der Heilstrom lasse sich dann als eine Art Kribbeln im ganzen Körper verspüren. Er reinige Körper und Psyche von allem Negativen und Krankmachenden und entferne innere Blockaden, die den freien Lauf der Energie hemmen. Bevor dann die Heilung endgültig eintritt, könne es zu sogenannten „Regelungen“ kommen. Schmerzen, die vorübergend entstünden, wenn sich das Ungute und Belastende aus dem Körper löse. Sobald all das entfernt sei, trete folgerichtig die Heilung ein.

Um auch erkrankten Familienangehörigen, die zuhause geblieben waren, Heilung zu ermöglichen, gab Gröning seinen Zuhörern selbstgeformte Stanniolkugeln mit. Diese lud er, wie er sagte, mit der durch ihn strömenden Heilkraft auf.

Sein Aufwachsen in einem streng katholischen Elternhaus prägte Bruno Gröning Zeit seines Lebens als äußerst religiösen Menschen. Weihnachten, als das Fest der Geburt Jesu Christi feierte er regelmäßig im Kreis seiner Vertrauten, außerdem unternahm er Pilgerfahren zum Marienwallfahrsort Lourdes. Obwohl Gröning seinen Zuhörern empfahl, regelmäßig in der Bibel zu lesen, soll er selbst äußerst selten ein Buch zur Hand genommen haben. Er sah sich eher als Praktiker und fühlte sich insbesondere zur tätigen Nächstenliebe seinen Mitmenschen gegenüber verpflichtet.

Nachdem er begonnen hatte, als Heiler aufzutreten und sich dabei öffentlich auf Gott berief, waren die Meinungen innerhalb der Amtskirchen ihm gegenüber geteilt. Die evangelische Kirche nahm zunächst eine eher liberalere Position ein, während die katholische sich anfangs uneinheitlich zeigte, sich dann aber mehr und mehr gegen Gröning wandte. Insbesondere mag den Kirchenoberen missfallen haben, dass sich Gröning gerne als Mittler zwischen Gott und den Menschen bezeichnete. Eine solche Mittlerrolle kennt die katholische Kirche durchaus (die evangelische nicht), allerdings ist sie ausschließlich offiziellen Kirchenvertretern, die in der apostolischen Nachfolge Jesu Christi stehen, vorbehalten. Und es war nur zu offensichtlich, dass Gröning, der weder über Abitur, Theologiestudium oder Priesterweihe verfügte, diese Kriterien keinesfalls erfüllte. Gröning hatte in dieser Hinsicht auch keinerlei Ambitionen. Er legte Wert auf seine geistig-religiöse Freiheit und sagte, er sei für alle Menschen gekommen, egal welcher Nation oder Religion. Auch bestimmten Lehrweisheiten und Erkenntnissen fernöstlicher Religionen stand Gröning durchaus aufgeschlossen gegenüber. Er forderte die Menschen auf, in der Religion zu bleiben, in die der einzelne hineingeboren wurde, da jede Religion sehr viel Gutes und Richtiges beinhalte. Das Christentum sah er allerdings in einer Sonderrolle, weil hier Jesus Christus als Erlöser der Menschheit anerkannt wird.

Das Verhältnis Grönings zur katholischen Kirche (der er zeitlebends angehörte) wie auch zur evangelischen war zwar etwas unterkühlt, aber keinesfalls feindselig. In einem seiner Vorträge forderte er seine Zuhörer auf, andächtig zu sein, wenn sie in der Kirche beteten.

Grönings Heilungsvorträge waren gleichzeitig auch Glaubensvorträge und obwohl er entsprechende Absichten immer wieder dementierte, stand wohl trotzdem seitens der Amtskirchen latent die Befürchtung im Raum, er könnte eine eigene Glaubensgemeinschaft („Sekte“) gründen, um in der Rolle eines „Heil(ung)sbringers“ die Massen zu mobilisieren.
Gast
 
Posts: 1246
Joined: 16.11.2006, 07:21

Return to Autoren und Bücher aus dem Bereich Gesundheit und Heilung

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 0 guests