Psychiatrische Störungen
CFS ist laut den kanadischen klinischen Leitlinien für Psychiater zur Einschätzung und Behandlung von CFS (Assessment and Treatment of Patients with ME/CFS: Clinical Guidelines for Psychiatrists) aus dem Jahr 2005 keine psychiatrische Erkrankung. Dennoch findet man bei etwa 30-40% der Patienten psychiatrische Störungen, was vergleichbar ist mit der Zahl, die auch bei anderen chronischen und zu Behinderung führenden Krankheiten zu finden ist. Diese Störungen, wie Depressionen oder Angststörungen, sind überwiegend als sekundäre Reaktionen einzustufen aufgrund des Verlustes etwa der Gesundheit, finanziellen Sicherheit und sozialer Rollen sowie der Konfrontation mit Stigmatisierung. Die Zahl der Persönlichkeitsstörungen ist bei CFS dagegen nicht erhöht, sondern liegt bei etwa 10% was dem Prozentsatz dieser Störung in der Allgemeinbevölkerung entspricht. Es wird empfohlen psychiatrische Symptome bei CFS wie bei anderen Erkrankungen auch zu behandeln. Dabei seien die oft höhere Empfindlichkeit gegenüber Nebenwirkungen von Medikamenten sowie das geringere Energieniveau der Patienten zu berücksichtigen.
Auszug Enzyklopädie
