Gegen die Entzündung der Haut und den damit verbundenen Juckreiz stehen diverse Medikamente in Form von Salben, Cremes und Lotionen zur Verfügung.
Zur Linderung wird die Neurodermitis vielfach mit Kortison behandelt. Es wirkt gegen Juckreiz und Entzündung der Haut und kann schwere Schübe lindern oder bei rechtzeitiger Anwendung vermeiden. Kortison wird meist in Form von Salben oder Cremes auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Nur bei schweren Schüben kommt eine orale Gabe von Tabletten in Frage. Kortison kann allerdings eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen bewirken, so dass es meist nur für kurze Zeit z. B. bei akuten Schüben angewandt werden soll. Zu Nebenwirkungen zählen Hautverdünnung, starke Behaarung, Dehnungsstreifen, sowie partielle Unterdrückung des örtlichen Immunsystems. Bei langer Anwendung starker Präparate können sogar Nebenwirkungen auftreten, die den gesamten Organismus betreffen (z. B. Leberschädigungen). Die Kortisonpräparate wurden seit den 50er Jahren ständig weiterentwickelt, so dass mittlerweile die sogenannte 4. Generation von Kortisonwirkstoffen vorliegt. Diese Präparate, z. B. Methylprednisolon (Advantan®) haben bei hoher Wirksamkeit ein geringeres Risiko von Nebenwirkungen als die älteren Wirkstoffe. Dies heißt jedoch nicht, dass die Medikamente ständig angewendet werden dürfen: Nebenwirkungsfrei sind auch die neuen Wirkstoffe keineswegs. Problematisch ist, dass die Hauterscheinungen nach Absetzen der Kortisoncremes häufig wieder auftreten, so dass die Betroffenen wieder mit Kortison behandeln (Rückschlag). Zudem kommt es bei den Kortisonpräparaten zur so genannten Tachyphylaxie, d. h. einer Wirkabschwächung der Präparate mit zunehmendem Gebrauch.
Die seit kurzem verfügbaren lokal anwendbaren Immunsuppressiva Tacrolimus (Protopic® Salbe) und Pimecrolimus (Elidel® Creme, Douglan® Creme) werden als wesentlicher Fortschritt in der Therapie des Atopischen Ekzems angesehen (G. Stingl in). Die beiden Substanzen sind chemisch ähnlich aufgebaut, und gehören in die Gruppe der Makrolide. Pimecrolimus und Tacrolimus wirken als Calcineurinhemmer und unterdrücken so das lokale Immunsystem der Haut, zusätzlich verhindern sie die Freisetzung der Entzündungssubstanzen Histamin und Arachidonsäuremetaboliten. Sie ermöglichen vielen Patienten eine Beschwerdefreiheit ohne Kortison. Sie hemmen die Entzündung und die Ekzeme heilen ab.
Aufgrund der immununterdrückenden Wirkung sind geeignete Sonnenschutzmaßnahmen bei Anwendung angeraten. Zudem kommt während des Anwendens einer der genannten Präparate eine Behandlung mit UV-Licht nicht in Frage. Sehr selten kommt es auch zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen wie Hautinfektionen und Unverträglichkeitsreaktionen. In der medizinischen Fachpresse werden diese Wirkstoffe zurzeit kritisch hinterfragt. Kritik wurde erstmals von der FDA im Jahr 2005 geäußert, da Langzeitstudien noch ausstehen und in Tierversuchen ein erhöhtes Krebsrisiko auftrat. Ob die Herstellerempfehlung, die Produkte sehr frühzeitig und mittelfristig bis langfristig, teils sogar vorbeugend einzusetzen vor diesem Hintergrund weiter bestehen bleiben darf, bleibt abzuwarten. Zuletzt wurde von der EMEA versucht, einen Zusammenhang zwischen der Anwendung der Calcineurinhemmer und dem Auftreten von Krebserkrankungen zu untersuchen. Bisher ist weiterhin unklar, ob diese Substanzen in kausalem Zusammenhang zu den Erkrankungen stehen. Die EMEA schränkt den Gebrauch mittlerweile allerdings auf Fälle ein, bei denen ein ausreichender Therapieerfolg mit anderen Mitteln, vor allem Glucocorticoiden, nicht zu erreichen ist, oder die Nebenwirkungen eine Glucocorticoid-Therapie nicht zulassen.
Das Cyclosporin A ist ebenfalls ein Stoffwechselprodukt eines Pilzes; es ist als systemisch eingesetztes Medikament schwersten Neurodermitisformen vorbehalten, die sich oft rasch auf eine Therapie mit Cyclosporin A zurückbilden. Die wichtigsten Nebenwirkungen dieser Therapie entsprechen denen aus der Transplantationsmedizin, in denen es ebenfalls eingesetzt wird: Blutdruckerhöhung, Nierenschädigungen, Induktion von Malignomen aber auch Zahnfleischwucherungen.
Ein wichtiger Aspekt in der Therapie der Neurodermitis ist die Kontrolle der oft übermäßigen Besiedelung durch Staphylococcus aureus. Dies geschieht heute vorzugsweise durch die Anwendung von Triclosan als Oberflächendesinfizienz, Chlorhexidin, aber auch durch Fusidinsäure, einem Antibiotikum. Einigen Betroffenen hilft in diesem Zusammenhang auch das Tragen von silberhaltigen Textilien.
Als weitere Wirkstoffe stehen zur Verfügung Gerbstoff-Präparate, die sogenannten Tannine, die leicht antientzündlich wirken, einen milden eiweißfällenden, und damit desinfizierenden Effekt haben.
Schieferöl-Präparate, wie Leukichthyol, wirken auch mild antientzündlich, und stehen nicht wie die teilweise noch verwendeten Teer-Präparate im Verdacht krebsauslösend zu sein. Nachteilig ist hier, dass auch modernere Zubereitungen nicht geruchsneutral sind.
Bei vielen Neurodermitispatienten erweist sich die Anwendung von ägyptischen Schwarzkümmelöl (Einnahme und äußerliche Anwendung) als hilfreich durch Immunsystem stabilisierende, entzündungshemmende, antimikrobielle und juckreizmildernde Wirkung; bei einem Teil der Patienten bis hin zum Verschwinden der Symptome.
Innerlich kann auch die Zufuhr von Gamma-Linolensäure helfen. Laut Pütz u. a. sollten dabei 12 bis 12,5 mg Gamma-Linolensäure pro Tag pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werden. Diese Fettsäure findet sich im Borretschsamenöl, Johannisbeerkernöl und Hanföl. Die gebräuchlichste Darreichungsform ist aber das Nachtkerzensamenöl. Kapseln zur inneren Anwendung gibt es in der Apotheke. Die meisten klinischen Studien konnten allerdings keine Wirkung der Zufuhr von Gamma-Linolensäure bei atopischem Ekzem nachweisen.
Bei einigen Betroffenen ist auch das Gel der Pflanze Aloe Vera hilfreich.
Patienten mit atopischer Dermatitis haben oft eine deutlich positive Tendenz für Cardiospermum (dt. Ballonrebe)-Präparate.
Sollten die Juckreizschübe mit einer innerlichen Unruhe einhergehen, kann die Gabe von Magnesium sehr hilfreich sein.
