Dem Tabak werden viele Stoffe zugesetzt, um das Suchtpotenzial zu erhöhen. Vor allem soll durch verstärkte Aufnahme des Nikotins eine starke Abhängigkeit erzeugt werden. Auch werden durch Ammoniumverbindungen leichte Zigaretten, die in Maschinentests nur das ungebundene Nikotin freisetzen, zu "echten" Abhängigkeitserzeugern, da erst in der Lunge mehr Nikotin freigesetzt wird. Menthol fördert auch die Aufnahme des Nikotins in der Lunge, weil der Rauch milder wird und sich die Atemfrequenz erhöht. Es wird nahezu allen Zigaretten beigemengt, da es auch unterhalb der geschmacklich wahrnehmbaren Menge von 0,03% wirkt.
Aus der Ärztewoche: Durch Zusatzstoffe wie Ammoniak, Harnstoff oder Soda kann der pH-Wert des Rauchs basischer gemacht werden, was das Nikotin aus seinen Salzen löst und die Bioverfügbarkeit dramatisch erhöht. Freies Nikotin wird in der Mundhöhle und in den Atemwegen schneller resorbiert als das in Partikeln gebundene Nikotinsalz, so PötschkeLanger, was zu dem erwünschten raschen Anfluten, dem Nikotinflash führt. Zwischen dem pH-Wert des Rauchs und dem Verkaufserfolg einer Zigarettenmarke bestehen eindeutige Zusammenhänge. Je schneller das Nikotin anflutet, desto besser verkauft sich das Produkt.
Seitdem Marlboro Ammoniak zugesetzt wurde, stieg in den 60er Jahren der Verkauf massiv an, so das andere Hersteller nachzogen und ihre Tabakprodukte ebenfalls manipulierten. Aus internen Papieren von R.J. Reynolds geht hervor, dass bereits in den 70er Jahren gezielt auf die abhängigkeitsverstärkende Wirkung von Zusatzstoffen und bestimmte Anbaumethoden gesetzt wurde. Auch dem Filter und dem Zigarettenpapier werden alkalische Stoffe beigemengt.
Einige Stoffe wie Zucker machen den Rauch milder und haben die Eigenschaft, den Tabakrauch selbst für Kinder erträglich zu machen.
