Ginkgo in der Pflanzenheilkunde - Der Ginkgobaum

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Ginkgo in der Pflanzenheilkunde - Der Ginkgobaum

Postby Gast » 06.01.2007, 12:37

Viele Fernsehsendungen und Gesundheitszeischrifen beschäftigen sich momentan mit dem Thema Ginkgo. Wir verwenden in unserer Praxis zahlreichen Präparate mit Ginkgo und haben damit sehr großen Erfolg.
Hier können nun persönliche Erfahrungen mit Ginkgo gepostet werden.

Die Verwendung der Blätter als Heilmittel ist bereits in der Sammlung Shen nung pen Ts'ao king belegt, die zwischen 300 v. Chr. und 200 n. Chr. entstanden sein soll. Li Shi-chen verfasste 1595 das umfangreiche, 52 Bände große Ben Cao Gan Mu, in dem die Heilkräfte des Ginkgo bereits detailliert festgehalten wurden. Ginkgoblätter dienten schon im Mittelalter zur Behandlung von Asthma, Bronchitis, Erfrierungen, Gonorrhoe, Hautkrankheiten, Husten, Magenleiden, Tuberkulose und Unruhezuständen und wurden als Heiltee und Wundpflaster verwendet.

In der heutigen Heilkunde wird dem Ginkgo (Samen und Extrakte aus Blättern) vornehmlich eine durchblutungsfördernde Wirkung zugesprochen; er wird oft zur Stärkung des Gehirns genommen. Wegen dieser durchblutungsfördernden Wirkung sowie der antioxidativen und neuroprotektiven Eigenschaften von Ginkgo biloba werden Extrakte dieser Pflanze auch zur begleitenden Behandlung eines Glaukoms eingesetzt. Auch zur Wirksamkeit als Schutz vor Arteriosklerose werden seit neuerem medizinische Studien mit Ginkgo-Extrakt durchgeführt. Allein in den USA beläuft sich der Umsatz dieses beliebten Naturpräparats auf über 300 Millionen Euro jährlich (Quelle: New Scientist).


Grund für die positive Wirkung auf den Menschen ist vermutlich die hohe Konzentration an Flavonoiden und Terpenoiden. Letztere sind in spezieller Form (Ginkgolide und Bilobalid) nur im Ginkgo zu finden. Diese Stoffe sind zum Teil so komplex, dass es noch nicht gelungen ist, sie in vollem Umfang synthetisch herzustellen. Aus diesem Grund wurden riesige Plantagen (hauptsächlich in den USA) angelegt.

Es gibt eine ganze Anzahl von wissenschaftlichen Studien, die die Wirksamkeit von Ginkgo-Extrakten belegen. So erkennt beispielsweise die WHO Ginkgo biloba als Antidementivum (siehe Demenz) an. Die WHO International Working Group for Drug Statistics Methodology erstellte für den internationalen ATC-Code (anatomical-, therapeutic-, chemical-classification) für Arzneimittel erstmalig eine Gruppe Antidementiva. In dieser neuen Gruppe Anti-dementia drugs ist mit dem Code N06D Ginkgo biloba gelistet.

Andererseits gibt es auch kritische Stimmen, die einen tatsächlichen Nutzen für unbelegt halten. Dies gilt insbesondere für den Einsatz von Ginkgo-Präparaten bei den Indikationen Tinnitus und Hörsturz, jedoch auch für die Verwendung zur Verbesserung des alternden Gedächtnisses.

Zur Verwendung kommen nur Extrakte aus den Ginkgoblättern, die nach speziellen Verfahren hergestellt werden, wobei eine Anreicherung der Inhaltsstoffe, die für das wirksame Prinzip angesehen werden, erfolgt und Substanzen, die Nebenwirkungen auslösen können, entfernt werden.
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