Depressionen (neurotisch) Ängste

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Depressionen (neurotisch) Ängste

Postby Guest » 22.11.2006, 09:52

Depressionen (neurotisch) Ängste

Hallo,

ich bin neu hier und komme gleich mit einem Problem hierher:

Seit ca. 6 Monaten fühle ich mich überhaupt nicht gut. Angefangen hat es damit, dass ich mich eine Woche vor meiner Periode ganz komisch fühlte. Alles fühlte sich "unwirklich" an und ich war leicht panisch. Ich konnte mich für nichts mehr so richtig begeistern und alles fühlte sich irgendwie so fremd an (wie durch einen Schleier). Komisch. Hinzu kamen Rückenschmerzen (hatte das schonmal...aber dazu später). Außerdem habe ich beinahe zwanghaft nach dem Wort "Leben" gesucht, wenn ich irgendwelche Bücher gelesen habe, was ich mir bis heute nicht erklären kann. Ach ja, meine Periode kam auch eine Woche zu früh, also schon 21 Tage nach der vorigen. Daher dachte ich an einen Gestagenmangel!?
Okay, 2 Wochen später bin ich dann zum Heilpraktiker gegangen. Der hat mir dann den Rücken "eingerenkt" (Blockade in der Halswirbelsäule...hatte ich schon desöfteren) und mir Selen verschrieben. Das Selen habe ich früher schon mal genommen und es hat mir auch geholfen. Soll einen wohl ausgeglichener usw. machen und das Gelbkörperhormon (wie ich vermutet hatte!) produzieren sowie die Leber von Schadstoffen/Stress entgiften (Leber und Halswirbelsäule hängen irgendwie zusammen). Bis 1000 mcg könnte ich das Selen problemlos nehmen, meinte er. Nach 2 Wochen Einnahme von 800 mcg täglich konnte ich dann nachts nicht mehr schlafen, hatte Herzrasen und sowas wie Albträume. Ich dachte die ganze Zeit, dass ich "alleine auf der Welt wäre und alle anderen nur ausgedacht". Also eine Panikattacke. Zurückzuführen wäre das evtl. darauf, dass man sich während einer Depression so fühlt, als wenn alles weiter weg ist, eben "surreal". Daraufhin habe ich das Selen natürlich erstmal abgesetzt. Dann setzten die Depressionen wieder ein (die sich am Anfang der Selen-Einnahme ja verbessert hatten), ich fühlte mich antriebslos, ängstlich und sogar etwas aggressiv. Vor 4 Wochen habe ich wieder mit der Einnahme von Selen begonnen habe. Und natürlich setzten auch jetzt wieder nach 2 Wochen 600 mcg die Panikattacken usw. ein. Außerdem hatte ich starke Kopfschmerzen, Durchfall und ein extremes Gefühl von Ruhelosigkeit. Das "Schlimme" ist ja, dass mir das Selen hilft, die Blockade in der Halswirbelsäule wegzukriegen, sodass ich normal Luft kriege (was sich natürlich durch sowas verschlechtert). Außerdem fühle ich mich (wenn ich die richtige Dosis gefunden habe), auch ziemlich gut und irgendwie "befreit".
Meine Frage ist nun: Was denkt ihr, was hinter meinen Problemen steckt? Gibt es eine andere Lösung als das Selen? Es hilft ja, in richtigen Dosierungen, wie gesagt gegen die Depressionen und Rückenschmerzen. Ob ich mal einen Hormonstatus machen soll (wg. Gelbkörperhormon usw.)? Was meint ihr?

Hoffe, das war jetzt nicht allzu verwirrend geschrieben.

Danke schon mal im voraus!

Julia
Guest
 

Hallo Julia,

Postby Gast » 22.11.2006, 12:48

der zeitliche Zusammenhang mit Deiner Periode lässt natürlich ein PMS (Prä-Menstuelles-Syndrom) vermuten. Allerdings beschreibst Du ja sehr ausgedehnte Symptome. In jedem Fall liegt die Vermutung bezüglich der Hormone sehr nahe. Auszugehen ist von einer Depression, die Ihren Ursprung im Körper selbst hat und nicht von äußeren Ereignissen ausgelöst wird.
Das Thema Selen halte ich für heikel, zumal das Selen toxisch wirken kann.
Die Dosis kommt mir sehr hoch vor, will mich aber hierzu nicht näher äußern.
Außer eben Selen wirkt toxisch, wenn es überdosiert wird! Dabei sollte man nicht vergessen, dass wir Selen in der Nahrung ebenfalls aufnehmen. Als Psychotherapeutikum ist es weniger bekannt, als als Fänger von freien Radikalen. Insbesondere zur Krebsvorbeugung würde ich Selen verwenden.
Alternativ zum Selen sehe ich Lithium. Lithium ist ein Leichtmetall. Es wird bei der manischen Depression eingesetzt und wirkt ausgleichend. Allerding ist auch hier das Finden der richtigen Dosierung das Hauptproblem.

Wenn da eine Zusammenhang zur Wirbelsäule besteht, empfehle ich die Cranio-Sacrale Osteopathie, da diese gleichzeit auch beruigend auf´s Gemüt wirkt.

Der Hormonspiegel wird großen Aufschluss über die ursächlichen Faktoren geben und kann meist aufgrund der Analyse dann reguliert werden.

Eine Gesprächstherapie ist sicherlich auch eine gute Wahl um sich über die tatsächliche Problematik klar zu werden.

Von harten Psychopharmak ist generell abzuraten. Nur eines ist sehr wichtig: Wenn Deine Situation wirklich bedrohlich wird, solltest Du in jedem Fall ein Gespräch mit Deinem Hausarzt führen, damit der die nötigen Schritte einleiten kann.
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