Zivilisationskrankheiten - Übergewicht - Adipositas

Viele Krankheiten können (ergänzend) alternativ bzw. naturheilkundlich behandelt werden.

Moderator: Ilse-Maria

Zivilisationskrankheiten - Übergewicht - Adipositas

Postby Gast » 12.01.2007, 17:06

Historisch wurde Übergewicht über den Broca-Index ermittelt. Dabei wurde anhand der Körpergröße ein Normal- bzw. Idealgewicht errechnet und anhand der Abweichung davon Über- bzw. Untergewicht diagnostiziert.

Die derzeit nach Ansicht von Ernährungsmedizinern aussagekräftigste Methode zur Feststellung des gesundheitlichen Risikos durch Übergewicht ist die Messung des Taillenumfangs. In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass das „Innere Bauchfett“ (= Fett im Bauchraum) im direkten Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen steht. Eine Messung des Taillenumfangs gilt als einfachste Möglichkeit, um die Menge des Fettes im Bauchraum zu bestimmen. Ein Taillenumfang über 88 cm bei Frauen bzw. über 102 cm bei Männern weist auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.



Die hauptsächlichen Ursachen sind:

1. genetische Faktoren und Stoffwechselstörungen einerseits
2. zu viel und falsche Ernährung gekoppelt mit zu wenig Bewegung (und damit mangelnder Energieverbrauch) andererseits
3. gestörtes Essverhalten im Sinne von Sucht

Übergewicht tritt gehäuft in industrialisierten Ländern auf, wo nur noch wenige Menschen harte körperliche Arbeit verrichten und Nahrung im Überfluss vorhanden ist.

Übergewicht bei Kindern

Von den Kinderärzten und in den Schulen werden immer mehr übergewichtige Kinder festgestellt. Zu viel und falsche Ernährung, verbunden mit Bewegungsmangel führt zu einem besorgniserregenden Teufelskreis. Oft werden die Kinder von ihren Eltern vernachlässigt und sich selbst überlassen (Fernsehen, Computer, Spiele-Konsolen) und ernähren sich von Fast-Food. Die Eltern sind diesbezüglich oft selbst ein schlechtes Vorbild und ernähren sich schlecht und bewegen sich selten. In der Kindheit falsch eingeübte Lebensweisen sind im Erwachsenenalter oft nur unter großen Schwierigkeiten veränderbar. Unverändert führt dies oft zu starker Überernährung (Adipositas), mit all ihren katastrophalen Folgen.

Obwohl Krankenkassen und Schulen vermehrt Programme anbieten, wie Familien ihren Lebenswandel umstellen können: regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten mit Obst, Gemüse, Ballaststoffen (ohne Fett und Zucker), viel gemeinsame Bewegung und Sport... nimmt die Anzahl der übergewichtigen Kinder/Jugendlichen zu, wie erst jüngst die aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts aufgezeugt hat.

Medizinische Interpretation

Übergewicht wird oftmals mit Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Arthrose und Herzleiden in Verbindung gebracht. Dabei ist jedoch umstritten, ob bereits Präadipositas ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellt oder erst echte Adipositas (BMI von 30 und darüber). Außerdem gibt es Hinweise, dass nicht nur das Ausmaß des Übergewichts, sondern auch die Verteilung des überflüssigen Fettgewebes (Waist-Hip-Ratio) das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen beeinflusst. So hat die International Diabetes Federation im Jahr 2005 einen erhöhten Bauchumfang als notwendiges Kriterium für die Diagnostizierung des Metabolischen Syndroms festgelegt.

Außerdem können bei starkem Übergewicht auch rein aufgrund der mechanischen Belastung Gelenk- und Knochenschäden auftreten.

Übergewicht mindert die Zeugungsfähigkeit. 9 kg Gewichtszunahme erhöht die Wahrscheinlichkeit von Unfruchtbarkeit um 10%.
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